Letzte Änderung : 05.02.2026 15:23:02   


Output

Code: 317150
Module title: Advanced Social Science Research Methods
Version: 1.0 (09/2025)
Last update: 29.09.2025 08:37:48
Person responsible for content: Prof.Dr.rer.pol.habil. Petzold, Knut
Knut.Petzold@hszg.de


Prof. Dr. phil. Jukschat, Nadine
Nadine.Jukschat@hszg.de

Mag. Artium Müller, Cornelia
C.Mueller@hszg.de

Offered in 2 study courses:
Management of Social Change I (M.A.) valid from class 2026
Management of Social Change II (M.A.) valid from class 2027

Semester according to timetable: SoSe (summer semester)
Module level:Master
Duration:1 semester
Language of Instruction:German
Place where the module will be offered:Görlitz

ECTS Credits: 15
Student workload (in hours): 450

Number of hours of teaching:
total
subdivided into
8
2
Lecture
0
Seminar/Exercise
6
Laboratory work
0
Other
Self study time (in hours):
sum
subdivided into
360
30
Preparation of contact hours
60
Preparation of exam
270
Other

Learning and teaching methods:Lehrveranstaltungen:

M2.1 Vorlesung „Fortgeschrittene Methoden der empirischen Sozialforschung“ (2 SWS)

M2.2 Praktikum „Vertiefung I: Methoden und Anwendung“ (2 SWS)

M2.3 Praktikum „Vertiefung II: Methoden und Anwendung“ (2 SWS)

M2.4 Praktikum „Vertiefung III: Methoden und Anwendung“ (2 SWS)
Further information: Es wird erwartet, dass Studierende die Lehrinhalte selbständig über weiterführende Lektüre sowie aktive Anwendung der Forschungsmethoden vertiefen.
Die Modulnote ergibt sich aus der Prüfungsleistung als Klausur. Voraussetzung zur Teilnahme an der Klausur ist die aktive Mitarbeit in den Teilmodulen M2.2-M2.4, die durch jeweils einen unbenoteten Vorbeleg nachgewiesen wird.


Exam(s)
Minor exams assessed written assignment
assessed written assignment
assessed written assignment
Assessment Major written exam 90 min 100.0%



Syllabus plan/Content: M2.1 Fortgeschrittene Methoden der empirischen Sozialforschung (Vorlesung, 2 SWS)
Forschungsstrategien
• Prinzipielle Forschungsprobleme (Beschreibung, Exploration, Erklärung, Evaluation)
• Grundlegende Forschungsstrategien (Prüfung, Generierung, Triangulation)
• Idealtypische Forschungsdesigns (Experiment, Ex-post-facto-Designs, Längs- und Querschnitt, Evaluationsdesigns)

Forschungsansätze
• Forschungsansätze der quantitativen Sozialforschung
• Forschungsansätze der qualitativen Sozialforschung
• Mixed-Methods- und Multi-Methods-Ansätze
• Computational Social Science (KI-Ansätze, Agentenbasierte Modellierung, Netzwerkanalyse, Webscraping)
• Jeweils Konzepte der Datenerhebung und -auswertung sowie ausgewählte Beispielstudien aus der Sozial- und Evaluationsforschung

Datenformen
• Forschungsdaten: Interviewdaten, Experimentaldaten, Beobachtungsdaten, Simulationsdaten
• Administrative Daten: amtliche Statistik, Registerdaten, Geodaten
• Prozessproduzierte Daten: Dokumente (öffentliche, private, mediale), Dokumentationsdaten
• „Big Data“: Social-Media-Daten, Paradaten, digitale Verhaltensdaten

Forschungsdaten- und Wissensmanagement
• Forschungsethik, Open Science und Datenrepositorien
• Systematische Reviews und Evidenzsynthese
• Metastudien

M2.2 – M2.4 Vertiefung I-III: Methoden und Anwendung (Praktikum, je 2 SWS)
In den Vertiefungsveranstaltungen werden jeweils ausgewählte, spezifische Methoden, Forschungsansätze und Forschungsstrategien konzeptionell wiederholt, unter Anleitung exemplarisch angewendet und die Vor- und Nachteile kritisch reflektiert. Die Seminare mit Übungscharakter dienen der Erprobung und Einübung einer jeweils spezifischen Methode bzw. Konzeption einer konkreten Forschungsstrategie im Rahmen eines problemorientierten Ansatzes. Die Forschungsprobleme werden dabei in Kleingruppen bearbeitet, um kooperative Lernprozesse zu fördern. Im Zentrum steht die Vermittlung forschungspraktischer und anwendungsbezogener Kompetenzen sowie Wissensbestände. Dabei wird ein Verständnis von Forschung als professioneller Praxis vermittelt, in der fortwährend miteinander verzahnte und gegenstandsbezogene Entscheidungen getroffen werden müssen. Es wird eingeübt, vor dem Hintergrund des jeweils datengenerierenden Prozesses eigene und fremde empirische Daten in ihrer Qualität zu beurteilen und ihre Aussagekraft im Hinblick auf theoretische Schlussfolgerungen kritisch zu bewerten.
Im Rahmen der Vertiefungsveranstaltungen sollen die Bereiche Datenerhebung, Datenanalyse und Datenmanagement/-präsentation sowie qualitative und quantitative Designs abgedeckt werden. Beispiele für methodische Anwendungen sind: Durchführung qualitativer Interviews, Entwicklung eines standardisierten Fragebogens, Umsetzung einer ethnographischen Beobachtungsstudie, Entwurf eines Mixed-Methods-Designs, statistische Analyse ei-nes Datensatzes, Evaluation einer Interventionsmaßnahme, Einsatz von KI zur Dokumentenanalyse, Datenerhebung im Internet mithilfe von Webscraping, computerbasierte Modellierung räumlicher Segregationsprozesse, systematische Rezeption empirischer Fachartikel und Evidenzsynthese, zielgruppenspezifische Aufbereitung und Präsentation empirischer Ergebnisse, etc.

Learning Goals
Subject-specific skills and competences: Wissensorientierung, Konzeptionsstärke, Beurteilungsvermögen:
Die Absolventinnen und Absolventen sind in der Lage, Potenziale, Grenzen, Terminologien und Anwendungsbereiche von wissenschaftlichen Grundlagen der Sozialwissenschaften zu definieren, kritisch zu reflektieren und zu interpretieren. Sie können sozialwissenschaftliche Daten bzw. Studien erfassen, systematisch und kritisch bewerten und die Ergebnisse verantwortungsvoll verwenden. Die Studierenden sind in der Lage, ihr vertieftes Wissen bei der Modifikation von Annahmen anzuwenden. Sie können Verfahren der empirischen Sozialforschung gegenstandsadäquat anwenden. Sie können evidenzbasierte Forschungsdesigns auswerten. Sie können vorhandenes Wissen auf neuartige bzw. zukünftig zu erwartende Rahmenbedingungen und Entwicklungsprozesse projizieren.

Sachlichkeit, Problemlösungsfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit:
Die Studierenden sind in der Lage, geeignete sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden auszuwählen und gezielt einzusetzen. Sie können wissenschaftlich gestützte Konzepte, Theorien, Instrumente, Modelle und Methoden auf theoretische, studien- und berufsrelevante sowie vergangene, gegenwärtige und zukünftige Problemstellungen anwenden. Die Absolventinnen und Absolventen sind in der Lage, sozialwissenschaftliche und gesellschaftliche Probleme zu erkennen und zu definieren. Sie können komplexe Problemstellungen in Einzelaspekte zerlegen, Interdependenzen sowie deren Ursachen ordnen und hinterfragen. Sie können Handlungsoptionen auswählen und umsetzen.

Analytische Fähigkeiten, selbstständige wissenschaftliche Arbeitsweise:
Die Absolventinnen und Absolventen sind in der Lage, inhaltliche und methodische Perspektivwechsel vorzunehmen. Sie können empirische Regelmäßigkeiten und/oder wesentliche Aspekte des Untersuchungsgegenstandes identifizieren und theoretisch verallgemeinern. Sie sind in der Lage, wissenschaftliche Lösungsansätze und Handlungsmöglichkeiten unter Nutzung konkreter Modelle und Theorien, Forschungsstrategien und Methoden zu entwickeln. Die Studierenden können wissenschaftliche Recherchen und Ergebnissynthesen durchführen. Auf Basis theoretischer Grundlagen und Modelle können sie sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden auf verschiedene Themenstellungen anwenden. Sie können sich mit verschiedenen wissenschaftlichen Positionen auseinandersetzen und theoretische Schlussfolgerungen kritisch reflektieren und ggf. weiterentwickeln.
Generic competences (Personal and key skills): Kommunikationsfähigkeit, Selbstmanagement, Lernvermögen:
Die Studierenden können Laien und Expertinnen und Experten gegenüber angemessen und differenziert mündlich und schriftlich kommunizieren, vorhandene Positionen referieren und ihre eigene Position vertreten. Sie können mit aktuellen Informations- und Kommunikationstechnologien reflektiert umgehen. Sie sind in der Lage, das eigene Gesprächsführungsverhalten kritisch zu reflektieren. Die Studierenden sind in der Lage, eigenständig zu lernen und zu arbeiten. Sie können sich dabei die Zeit zielgerichtet einteilen und können ihr Handeln kritisch reflektieren. Sie zeigen Initiative, setzen sich smarte und realistische Ziele und verfolgen diese. Sie können Wissenslücken systematisch, wissenschaftlich und kompetent fundiert selbständig schließen. Sie können Maßnahmen selbständig evaluieren und entwickeln Lernkompetenzen über die gesamte Lebensspanne weiter, um sich den beruflichen Herausforderungen zu stellen. Sie informieren sich zielgerichtet und sind flexibel in der Nutzung von klassischen und digitalen Lehrangeboten.

Prerequisites: keine
Optional: Grundlagen in Methoden empirischer Sozialforschung analog M0-B1 und M0-B2

Literature: • Baur, N., & Blasius, J. (Eds.). (2022). Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung. Springer Fachmedien Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-37985-8
• Creswell, J. W., & Creswell, J. D. (2023). Research design: Qualitative, quantitative, and mixed methods approaches (Sixth edition). Sage.
• Diaz-Bone, R. (2019). Statistik für Soziologen. UVK Verlagsgesellschaft.
• Diekmann, A. (2023). Empirische Sozialforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen. Rohwolt Taschenbuch Verlag.
• Döring, N. & Bortz, J. (2016). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften. Berlin: Springer.
• Flick, U. (2021). Qualitative Sozialforschung: Eine Einführung (10. Auflage). Rowohlt Taschenbuch Verlag.
• Flick, U. (2020). Sozialforschung: Methoden und Anwendungen: ein Überblick für die BA-Studiengänge (5. Auflage). Rowohlt Taschenbuch Verlag.
• Kromrey, H., Roose, J., & Strübing, J. (2016). Empirische Sozialforschung: Modelle und Methoden der standardisierten Datenerhebung und Datenauswertung. UTB.
• Kruse, J. (2014). Qualitative Interviewforschung. Ein integrativer Ansatz. Beltz Juventa.
• Kuckartz, U. (2010). Einführung in die computergestützte Analyse qualitativer Daten. VS Verlag.
• Kuckartz, U., Rädiker, S., Ebert, T., & Schehl, J. (2013). Statistik. Eine verständliche Einführung. Springer VS.
• Przyborski, A., & Wohlrab-Sahr, M. (2021). Qualitative Sozialforschung. Ein Arbeitsbuch. De Gruyter Oldenbourg.
• Schnell, R., Hill, P. B., & Esser, E. (2023). Methoden der empirischen Sozialforschung (12. Auflage). De Gruyter Oldenbourg.
• Sedlmeier, P., & Renkewitz, F. (2018). Forschungsmethoden und Statistik für Psychologen und Sozialwissenschaftler. Pearson.
• Stockmann, R., & Meyer, W. (2010). Evaluation. Eine Einführung. Barbara Budrich.

Die konkrete Literatur wird durch die Lehrperson in der jeweiligen Lehrver-anstaltung bekannt gegeben.