Letzte Änderung : 12.10.2026 14:55:12   



Modulausgabe

Code: 312400
Modul: Change Management & AI-Leadership
Module title: Changemanagement & AI-leadership
Version: 1.0 (06/2025)
letzte Änderung: 30.07.2026
Modulverantwortliche/r: Prof. Dr. rer. pol. Maiwald, Falk
f.maiwald@hszg.de

Dipl.-Kffr. Langschwager, Solvig
S.Langschwager@hszg.de

wird angeboten im Studiengang:International Business Management (Berufsbegleitender Studiengang) (Master of Arts) gültig ab Matrikel 2026 (Pflichtmodul (Vertiefung))

Modul läuft im: SoSe+WiSe (Sommer- und Wintersemester)
Niveaustufe:Master
Dauer des Moduls:1 Semester
Lehrsprache:Deutsch
Lehrort:Österreich

ECTS-Punkte: 10
Gesamtworkload in h 300

Präsenzzeit
gesamt SWS
davon
2.4
1
Vorlesung
0.8
Seminar/Übung
0.6
Praktikum
0
Weiteres
Selbststudienzeit
in h
gesamt
davon
273
193
Vorb. LV
60
Vorb. Prüfung
20
Sonstiges


Prüfung(en)
Prüfung: Prüfungsleistung als Klausur (PK) 90 min 100.0%



Lehr- und Lernformen:• interaktive Vorlesung mit aktuellen Praxisimpulsen
• seminaristische Fallstudienarbeit
• problemorientiertes und forschendes Lernen
• Szenario- und Simulationsübungen
• Rollen- und Konfliktsimulationen
• AI- und Change-Lab
• Gruppenarbeit mit Praxis- oder Projektbezug
• Peer Review und kollegiale Fallberatung
• moderierte Reflexions- und Feedbackformate
• angeleitetes Selbststudium und Flipped Classroom

Hinweise: Die "sontigen" 20 Workloadstunden stehen für individullen Konsultationen für Übungsaufgaben zur Verfügung.

Lehrinhalte: • Grundlagen und aktuelle Ansätze des Change Managements im Kontext digitaler und KI-gestützter Transformation
• Besonderheiten KI-induzierter Veränderungsprozesse gegenüber klassischen IT- und Digitalisierungsprojekten
• Auswirkungen generativer, prädiktiver und agentischer KI auf Arbeit, Führung, Entscheidungsprozesse und Organisationsstrukturen
• Analyse von Veränderungen betrieblicher Aufgaben, Rollen, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten
• Automatisierung, Augmentation und Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI-Systemen
• Entwicklung eines menschenzentrierten Zielbildes für KI-gestützte Organisationen
• Führungsrollen und Führungskompetenzen im Kontext von AI Leadership
• transformationale, agile, adaptive, partizipative und verantwortungsorientierte Führungsansätze
• Führung hybrider Teams aus Menschen, digitalen Assistenzsystemen und autonomen beziehungsweise teilautonomen KI-Agenten
• Delegation, Kontrolle und Verantwortungszuordnung bei KI-gestützten Entscheidungen
• Umgang mit Unsicherheit, Ambiguität, Kontrollverlust und dynamischen technologischen Entwicklungen
• Analyse und Bearbeitung von Akzeptanzproblemen, Widerständen, Technostress und Identitätsbedrohungen
• Aufbau von Vertrauen in KI-Systeme durch Transparenz, Erklärbarkeit, Beteiligung und nachvollziehbare Verantwortlichkeiten
• psychologische Sicherheit und konstruktive Fehler- und Lernkultur in KI-Transformationsprozessen
• organisationale Lernfähigkeit und kontinuierliche Kompetenzentwicklung
• AI Literacy gemäß EU AI Act und Entwicklung zielgruppenspezifischer Qualifizierungsmaßnahmen
• Konzeption von Kompetenzmatrizen, Lernpfaden, Communities of Practice und Multiplikatorenmodellen
• Stakeholderanalyse und Beteiligungsarchitekturen für KI-Projekte
• Veränderungskommunikation, Change Story, Dialogformate und Umgang mit Desinformation beziehungsweise überzogenen KI-Erwartungen
• Einbindung von Beschäftigten, Betriebsrat, Datenschutz, IT, Compliance und weiteren Interessenvertretungen
• Gestaltung fairer und inklusiver Veränderungsprozesse unter Berücksichtigung unterschiedlicher digitaler Kompetenzen
• Grundlagen von Responsible AI, AI Governance und algorithmischer Verantwortlichkeit
• Führungsverantwortung für Datenschutz, IT-Sicherheit, Fairness, Transparenz, geistiges Eigentum und Ergebnisqualität
• Einordnung des EU AI Act, der DSGVO und relevanter österreichischer arbeitsrechtlicher und betrieblicher Mitbestimmungsanforderungen
• Entwicklung betrieblicher KI-Richtlinien, Eskalationswege und Governance-Strukturen
• Anwendung von ISO/IEC 42001 und ISO/IEC 23894 als Orientierungsrahmen für KI-Management und KI-Risikomanagement
• Change Readiness, Kulturdiagnose und organisatorische KI-Reife
• Entwicklung von AI-Change-Roadmaps vom Pilotprojekt bis zur organisatorischen Skalierung
• Steuerung von Pilotprojekten, Experimentierphasen, Roll-out und kontinuierlicher Verbesserung
• Definition von Change-Kennzahlen zu Akzeptanz, Nutzung, Kompetenzentwicklung, Produktivität, Arbeitsqualität und Vertrauen
• österreichischer Marktbezug: KMU, Familienunternehmen, Ein-Personen-Unternehmen und begrenzte personelle beziehungsweise finanzielle Ressourcen
• österreichisches KI- und Transformationsökosystem, insbesondere AIM AT 2030, aws, FFG, RTR-KI-Servicestelle und Digital Innovation Hubs
• internationale und interkulturelle Unterschiede bei der Führung KI-gestützter Transformationen
• Entwicklung und Analyse eines komplexen AI-Change-Fallbeispiels aus dem beruflichen Umfeld der Studierenden
• Reflexion eigener Führungsannahmen, Veränderungserfahrungen und Entscheidungslogiken


Lernergebnisse/Kompetenzen:
Fachkompetenzen: Nach erfolgreichem Abschluss des Moduls sind die Studierenden in der Lage,
• organisationale, kulturelle und personelle Ausgangssituationen von KI-Transformationsvorhaben zu analysieren,
• die Veränderungsbereitschaft und den KI-Reifegrad einer Organisation anhand geeigneter Kriterien zu diagnostizieren und zu bewerten,
• Auswirkungen von KI auf Aufgaben, Rollen, Kompetenzen, Machtstrukturen und Arbeitsidentitäten zu analysieren,
• Automatisierungs- und Augmentationsentscheidungen unter wirtschaftlichen, sozialen und ethischen Gesichtspunkten zu beurteilen,
• unterschiedliche Führungsansätze für KI-gestützte Veränderungssituationen zu vergleichen und situationsgerecht auszuwählen,
• Führungs- und Verantwortungsstrukturen für die Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI-Systemen zu konzipieren,
• Stakeholderinteressen, Akzeptanzbarrieren und Widerstandsmuster zu analysieren und zu priorisieren,
• Beteiligungs-, Kommunikations- und Konfliktlösungsstrategien für AI-Change-Projekte zu entwickeln,
• zielgruppen- und risikoorientierte AI-Literacy- und Qualifizierungskonzepte zu gestalten,
• Anforderungen des EU AI Act und der österreichischen betrieblichen Mitbestimmung auf konkrete Veränderungsvorhaben zu übertragen,
• ethische, rechtliche und organisationale Risiken von KI-Systemen zu bewerten,
• betriebliche KI-Richtlinien, Governance-Strukturen und Verantwortlichkeitsmodelle zu entwickeln,
• eine AI-Change-Roadmap einschließlich Pilotierung, Skalierung und Verstetigung zu konzipieren,
• geeignete Kennzahlen zur Messung von Akzeptanz, Kompetenzentwicklung und Transformationserfolg zu entwickeln und zu beurteilen,
• ein komplexes AI-Change-Fallbeispiel wissenschaftlich fundiert zu analysieren,
• ein integriertes Change- und Leadership-Konzept zu entwickeln, zu begründen und kritisch zu verteidigen.



Fachübergreifende Kompetenzen: Nach erfolgreichem Abschluss des Moduls sind die Studierenden in der Lage,
• komplexe und unvollständig strukturierte Veränderungssituationen eigenständig zu strukturieren,
• Entscheidungen unter Unsicherheit und widersprüchlichen Interessen zu treffen und zu begründen,
• Perspektiven aus Management, Psychologie, Recht, Ethik, Personalmanagement und Informationstechnologie zu integrieren,
• unterschiedliche Stakeholderinteressen zu moderieren und in tragfähige Lösungen zu überführen,
• Konflikte und Widerstände wertschätzend und lösungsorientiert zu bearbeiten,
• psychologisch sichere Kommunikations- und Lernräume zu gestalten,
• heterogene und interdisziplinäre Teams zielorientiert zu führen und zu koordinieren,
• wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch zu beurteilen und auf betriebliche Problemstellungen zu übertragen,
• komplexe Transformationskonzepte adressatengerecht zu kommunizieren,
• die eigene Führungsrolle, Machtposition und Verantwortung im Umgang mit KI kritisch zu reflektieren,
• Auswirkungen von Führungsentscheidungen auf Beschäftigte, Organisation und Gesellschaft abzuwägen,
• kontinuierliche Lern- und Veränderungsprozesse eigenverantwortlich zu initiieren und weiterzuentwickeln.





• wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch zu beurteilen und auf betriebliche Problemstellungen zu übertragen,
• komplexe Transformationskonzepte adressatengerecht zu kommunizieren,
• die eigene Führungsrolle, Machtposition und Verantwortung im Umgang mit KI kritisch zu reflektieren,
• Auswirkungen von Führungsentscheidungen auf Beschäftigte, Organisation und Gesellschaft abzuwägen,
• kontinuierliche Lern- und Veränderungsprozesse eigenverantwortlich zu initiieren und weiterzuentwickeln.




Notwendige Voraussetzungen für die Teilnahme: keine
Empfohlene Voraussetzungen für die Teilnahme: keine


Literatur: Empfohlene Kernliteratur

• Huber, P. (2026): Führen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. KI-Technologien verstehen, Vertrauen schaffen, Veränderung begleiten. Springer Gabler, Wiesbaden.

• Hüllmann, J. A. (2026): „Veränderung der Arbeit: Change Management für Anwendungen Künstlicher Intelligenz.“ HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik. DOI: 10.1365/s40702-026-01290-z.
• Dahm, M. H.; Kruse, M. (2026): Wie Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändert. Mitarbeitende gesund durch den digitalen Wandel führen. Springer Gabler, Wiesbaden.

• Peukert, M. (2025): Cultivate an AI Mindset: Identifying and Efficiently Leveraging the Opportunities and Challenges of Artificial Intelligence. Springer Gabler, Wiesbaden.
• De Cremer, D. (2024): The AI-Savvy Leader: Nine Ways to Take Back Control and Make AI Work. Harvard Business Review Press.
• Mollick, E. (2024): Co-Intelligence: Living and Working with AI. Portfolio/Penguin.

• Golgeci, I.; Ritala, P.; Arslan, A.; McKenna, B.; Ali, I. (2025): “Confronting and Alleviating AI Resistance in the Workplace: An Integrative Review and a Process Framework.” Human Resource Management Review, 35(2), 101075. DOI: 10.1016/j.hrmr.2024.101075.
• Protschky, D.; Schüll, M.; Urbach, N. (2024): „Governance von künstlicher Intelligenz – Eine Methode zur Transformation vorhandener Governance-Mechanismen in Unternehmen.“ Wirtschaftsinformatik & Management, 16, 194–201. DOI: 10.1365/s35764-024-00531-4.

Change Management und AI Leadership
• De Cremer, D. (2024): The AI-Savvy Leader: Nine Ways to Take Back Control and Make AI Work. Harvard Business Review Press.
• Hüllmann, J. A. (2026): „Veränderung der Arbeit: Change Management für Anwendungen Künstlicher Intelligenz“. HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik.
• Kotter, J. P.; Akhtar, V.; Gupta, G. (2021): Change: How Organizations Achieve Hard-to-Imagine Results in Uncertain and Volatile Times. Wiley.
• Leonardi, P. M.; Neeley, T. (2022): The Digital Mindset: What It Really Takes to Thrive in the Age of Data, Algorithms, and AI. Harvard Business Review Press.
• Mollick, E. (2024): Co-Intelligence: Living and Working with AI. Portfolio beziehungsweise Ebury Publishing.

Mensch-KI-Zusammenarbeit und verantwortungsvolle Führung
• Shneiderman, B. (2022): Human-Centered AI. Oxford University Press.
• Raisch, S.; Krakowski, S. (2021): “Artificial Intelligence and Management: The Automation–Augmentation Paradox.” Academy of Management Review, 46(1), 192–210.
• Edmondson, A. C. (2019): The Fearless Organization: Creating Psychological Safety in the Workplace for Learning, Innovation, and Growth. Wiley.
• Schein, E. H.; Schein, P. A. (2017): Organizational Culture and Leadership. 5. Auflage. Wiley.
KI, Geschäftsprozesse und organisatorische Transformation
• Fettke, P.; Di Francescomarino, C. (2025): “Business Process Management and Artificial Intelligence: Literature Survey and Future Research.” KI – Künstliche Intelligenz, 39, 67–79.
• Dumas, M.; Fournier, F.; Limonad, L. et al. (2023): “AI-Augmented Business Process Management Systems: A Research Manifesto.” ACM Transactions on Management Information Systems, 14(1).
• Rogers, D. L. (2023): The Digital Transformation Roadmap: Rebuild Your Organization for Continuous Change. Columbia Business School Publishing.
Governance, Recht und Standards
• Europäische Union: Verordnung (EU) 2024/1689 über harmonisierte Vorschriften für künstliche Intelligenz, jeweils aktuelle konsolidierte Fassung.
• ISO/IEC 42001:2023: Information Technology – Artificial Intelligence – Management System.
• ISO/IEC 23894:2023: Information Technology – Artificial Intelligence – Guidance on Risk Management.
• RTR-KI-Servicestelle: aktuelle Leitfäden und Anwendungshinweise zum EU AI Act und zur KI-Kompetenz.
• Arbeiterkammer Österreich: aktuelle Informationen zu KI, Information, Transparenz und betrieblicher Mitbestimmung.
Österreichbezogene Markt- und Strategiequellen
• Statistik Austria (2026): IKT-Einsatz in Unternehmen 2025.
• Bundeskanzleramt Österreich (2025): Nationaler strategischer Fahrplan für die Digitale Dekade.
• Republik Österreich: Artificial Intelligence Mission Austria 2030 – AIM AT 2030.
• Wirtschaftskammer Österreich: aktuelle Publikationen zu KMU, Digitalisierung und KI-Einsatz.
• AMS Österreich: aktuelle Publikationen zu KI, Arbeitsmarkt und Kompetenzentwicklung.
• RTR-KI-Servicestelle: aktuelle regulatorische Informationen für österreichische Unternehmen.